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25.03.19 atomstopp_atomkraftfrei leben!, Anti Atom Komitee, Mütter gegen Atomgefahr: Nuclear Energy Conference 2019 zur Laufzeitverlängerung alter Atomreaktoren
Internationale Tagung in Linz zu brandgefährlichen Plänen der Atomindustrie
Image788 LAUFZEIT.VERLÄNGERT.GEFAHR – unter diesem Titel wird heuer in Linz die bereits 6. Nuclear Energy Conference, die NEC 2019, über die Bühne gehen. Am 8. Mai treffen diesmal im oberösterreichischen Landeskulturzentrum Ursulinenhof internationale Expert_innen sowie Vertreter_innen aus Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um die aktuelle, brandgefährliche Tendenz zur Laufzeitverlängerung von Atomreaktoren, die eigentlich am Ende ihrer designten Lebensdauer angekommen sind, zu erörtern, zu diskutieren – und vor allem, um geeignete Gegenstrategien zu entwickeln.

"Wie in vielen Bereichen herrscht auch im Umgang mit dem Auslaufmodell 'Kernenergie' in Europa eine enorme Ungleichzeitigkeit. Während etwa in Deutschland der Ausstiegsbeschluss planmäßig Umsetzung findet und sich die Energiewirtschaft die klare Leadership in Sachen Energiewende gesichert hat, tritt man in anderen Staaten einfallslos, aber um so konsequenter auf der Stelle. Der Herausforderung an eine zukünftige Energieversorgung wird besonders in Frankreich, Finnland, Tschechien und mehreren anderen Ländern fatalerweise mit dem simplen Trick begegnet, die Abschalttermine für technisch längst überholte Atomreaktoren drastisch hinauszuzögern. Diese scheinbar billige Lösung ist aber in Wahrheit nicht nur finanziell desaströs, sondern stellt auch eine fahrlässige Gefährdung für ganz Europa dar!", warnen Gabriele Schweiger und Roland Egger vom Linzer Verein atomstopp, dem Hauptorganisator der NEC 2019. Gemeinsam mit dem Anti Atom Komitee und den Müttern gegen Atomgefahr aus Freistadt sorgen die 3 Organisationen für die erfolgreiche Abwicklung des Meetings, das vom Land Oberösterreich ermöglicht wird.

"Laufzeit verlängert, Gefahrzeit verlängert – ein logischer Schluss. Doch es bleibt nicht dabei, denn die Gefahr wird nicht nur verlängert, sondern auch erhöht. Jede technische Anlage, je komplexer desto sensibler, wird durch Materialabnutzung und Alterung störanfälliger. Gerade bei den ohnehin schon risikobehafteten Atomreaktoren hat dieses Phänomen eine besondere Tragweite. Bei der NEC2019 steht deshalb eine Studie dazu im Zentrum, die umfassend wissenschaftliche Belege dafür liefern wird. Wir freuen uns, dass einige der Studienautor_innen Ergebnisse ihrer Arbeit bei der NEC 2019 vorstellen werden", so Schweiger und Egger.

In Auftrag gegeben wurde die Studie durch die von Landesrat Rudi Anschober initiierten 'Allianz der Regionen', erstellt wird sie von der International Nuclear Risk Assessment Group INRAG, einer weltweit agierenden Plattform unabhängiger Expert_innen zur Erforschung und Entschärfung des nuklearen Risikos. Aus dieser Gruppe wird Wolfgang Renneberg, Physiker und Jurist, mit seiner Keynote-Rede zum Thema beitragen, Oda Becker und Nikolaus Müllner gehen in ihrem Referat speziell auf die technischen Details ein.

Weitere Vortragende stellen Situationen in einzelnen Atomstaaten dar: Dalibor Strasky für Tschechien, Leo Šešerko für Slowenien, József Kóbor für Ungarn, Ulla Klötzer für Finnland und Bruno Chareyron für Frankreich.

Einen weiteren, nicht unwesentlichen Aspekt der Laufzeitverlängerung von AKW beleuchtet der Schweizer Ökonom Kaspar Müller: Er beschäftigt sich mit der fragwürdigen wirtschaftlichen Perspektive des künstlichen Hinauszögerns des Ablaufdatums von Reaktoren. Last not least wird Umweltaktivistin Patricia Lorenz von Global2000 und Friends of the Earth Einblick geben in die Reihe der rechtlichen Optionen sowie die Spielräume gesetzlicher Regelungen zum rechtzeitigen Aus für Kernkraftwerke.

"Wir freuen uns, dass wir auch heuer wieder aus einem reichen Pool an Expertisen schöpfen und so ein umfassendes Programm zusammenstellen konnten. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos, die Anzahl der Registrierungen jedoch begrenzt. Wir laden deshalb ein, sich möglichst rasch für die NEC 2019 unter office@anti.atom.at anzumelden", so Schweiger und Egger abschließend.

Weitere Informationen:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019


Hinweis: Mit der Nuclear Energy Conference, die 2014 gestartet wurde und die seither jährlich abwechselnd zwischen Prag und Linz stattfindet, konnte eine mittlerweile international höchst anerkannte Konferenzserie etabliert werden, die dem Diskurs zu wirtschaftlichen, technischen und juristischen Aspekten zum Europaweiten Atomausstieg Plattform bietet.






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04.03.19 atomstopp: Europa drohen mit AKW-Laufzeitverlängerungen nukleare Katastrophen
Antiatombewegung und verantwortungsbewusste Politiker_innen europaweit sind gefordert!
Das Gespenst der Laufzeitverlängerungen für Atomreaktoren geht um und stellt damit die Antiatombewegung vor Herausforderungen, die es vorrangig zu bearbeiten gilt. Besonders alarmierend ist, dass aktuell Frankreich, also der größte AKW-Staat in Europa, mit einer Konsultation zur Erweiterung der Lebensdauer von gleich dutzenden Anlagen auftritt. Eigentlich für 40 Jahre Laufzeit konzipiert, sollen nun sukzessive Betriebsverlängerungen gesichert werden. Die Missachtung rechtlicher Grundprinzipien ist dabei offensichtlich vorprogrammiert.

"Es ist skandalös, dass sich Frankreich über vereinbartes Recht, etwa der Aarhus Konvention oder der Espoo Konvention in Bezug auf Beteiligungsverfahren hinwegsetzt. Die atomindustriell gewünschte Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, die laut Herstellungsdesign ihr Ablaufdatum eigentlich erreicht haben, soll ohne vollumfängliche Umsetzung der UVP-Richtlinien (Regulativ zur Umweltversträglichkeitsprüfung) umgesetzt werden", reagieren Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich auf die Anfang März gestartete Konsultation.


"Potenzielle Verfahrensteilnehmer_innen können hier lediglich einen Kommentar eingeben, auf französisch, denn die Teilnahme wird ausschließlich so angeboten. Zwar steht auf englisch eine Aufschlüsselung der‚ 'Periodischen Sicherheitsverbesserungen für die französische Flotte von 900 MW-Reaktoren' zur Verfügung – diese stellt jedoch nur die übliche Sammlung an Beschwichtigungen dar", befinden Schweiger und Egger und kündigen an: "Wir werden und müssen uns auf jeden Fall auch systemkritisch im Namen der Unterstützer_innen unseres Vereins in das Verfahren einbringen!", so Schweiger und Egger abschließend.

Hinweis: Die Nuclear Energy Conference 2019 beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Gefahren der Laufzeitverlängerung. PLEX – Plant Life Extension – die um sich greifende, gefahrzeitverlängernde Tendenz der Laufzeitverlängerung für AKW wird immer mehr zur Bedrohung für Europa. Die Konferenz findet am 8. Mai 2019 im Linzer Ursulinenhof statt. Nähere Informationen und alle Details zur Anmeldung folgen in Kürze.

Weitere Informationen:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019






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DANKE an alle, die bei der NEC 2017 (Nuclear Energy Conference) mit dabei waren und somit zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben!



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